The Babylon effect

Die Geschichte vom Turmbau zu Babel erzählt, wie ein Mammutprojekt scheiterte, als die Beteiligten nicht mehr in der Lage waren, dieselbe Sprache zu sprechen. Ein ähnlicher Effekt zeichnet sich momentan in den Beziehungen zwischen Versicherern und ihren Kunden aus der Industrie ab. Während Letztere auf die Möglichkeiten der Digitalisierung setzen, um Prozesse zu beschleunigen und zu verbessern, agieren viele Versicherungskonzerne noch mit Bleistift und Papier.

Die Industrie ist unzufrieden

Der Erfolg eines Versicherers beruht darauf, seine Kunden zu verstehen. Er sollte ein vertrauenswürdiger Partner sein, der im Idealfall das sieht, was der Kunde nicht erkennt: Risiken und wie man sich vor ihnen schützt. Tatsächlich sind es heute die Kunden, die mit modernster Technik gewaltige Datenmengen erfassen und verarbeiten, die auch für die Risikoeinschätzung äußerst wertvoll wären. Leider scheitert es an einem überholten System, indem Formulare per Hand ausgefüllt oder bestenfalls Excel-Tabellen zum Einsatz kommen, die vorgegebene Felder haben, die vor zehn Jahren noch ausreichend waren. Aktuellen Risiken wie Terroranschlägen, Cyberattacken oder Unterbrechungen ganzer Wertschöpfungsketten kann man so aber nicht begegnen.

Der Riese ist zum schlafenden Riesen geworden

Ebenso für Unmut sorgen Fehlerquoten, die bei manuellen Prozessen unvermeidbar sind oder immer längere Wartezeiten bei der Schadensbearbeitung. Industrieunternehmen, die ihre eigenen Abläufe regelmäßig optimieren, haben wenig Verständnis dafür, dass ihre Versicherungspartner dies nicht tun, vor allem, wenn es am Ende sie trifft. Nun soll eine Fachtagung in München beide Seiten zusammenbringen. Erwartet werden rund 700 Experten. Es liegt im Interesse der Versicherer, dort die Weichen für eine bessere Zusammenarbeit zu stellen.

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