E-Commerce – Die 5 wichtigsten Fragen, die sich Unternehmen in der Krise stellen sollten

Wo viele Branchen leiden, hat zumindest der Online-Handel von der Corona Krise profitiert. Produkte des täglichen Bedarfs werden weit häufiger im Internet bestellt als früher, wie auch eine Studie des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland belegt. Glück also für die Unternehmen, die bereits vor der Krise ihr E-Commerce Geschäft ausgebaut hatten und im Online Handel bereits etabliert waren. Aber auch die Händler, die sich kurzfristig auf die neuen Rahmenbedingungen umstellen mussten und bereits vom stationären Handel auf Online- Handel umgestiegen sind oder die, die aktuell dabei sind ihre Vertriebskanäle umzustellen, können von dieser Entwicklung profitieren. Die nächste Corona Welle scheint auf uns zuzurollen. Wer jetzt nicht in den Aufbau und/oder Ausbau des digitalen Vertriebs der eigenen Produkte investiert, vergibt eine große Chance und riskiert die Zukunftsfähigkeit im digitalen Zeitalter des Unternehmens. Zurzeit lassen sich durch eine überproportionale Steigerung der Nachfrage neue Kunden und somit wichtiger Umsatz in der Corona Krise erschließen. Systeme und Prozesse sollten genauer unter die Lupe genommen werden, denn gerade hier lassen sich Effizienzsteigerungen, Einsparpotenziale und auch strategisch notwendige Anpassungen erreichen. Durch Assessments aller laufenden und geplanten Online-Maßnahmen sollte dringend eine Risikobewertung und Analyse von Abhängigkeiten vorgenommen werden, um sich einerseits für eine womöglich auf uns zukommende neue Welle wirtschaftlicher Einschränkungen zu rüsten und andererseits, um sich zukünftig unabhängiger aufzustellen. Langfristig wird der Online Handel zunehmend mehr Marktanteile gewinnen, sodass der frühzeitige Einstieg oder die Optimierung einen positiven Effekt auf die Unternehmensstrategie haben wird.

 

Jan Konopka, Berater für das Thema E-Commerce bei mgm consulting partners GmbH, hat Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen dabei unterstützt, einen neuen Online Vertriebskanal zu erschließen oder die bestehenden Kanäle zu optimieren und wettbewerbsfähig zu machen.

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1. Wie findet ein Unternehmen heraus, ob ein Online Vertrieb für die eigenen Produkte und das Geschäftsmodell eine gute Wahl sind?

Bevor das Unternehmen eine E-Commerce-Strategie für das gesamte Warensortiment plant, sollte geprüft werden, ob für die Produkte im Internet eine Nachfrage besteht und ob man diese zu einem wettbewerbsfähigen Preis anbieten kann. Dazu wird kein großes Budget und nur wenig Infrastruktur benötigt, dies ist mit einer Recherche erledigt. Entscheidet man sich dann, nachdem ein Bedarf festgestellt wurde, für einen Proof of Concept, sollte hier erst einmal nicht das gesamte Sortiment, sondern nur die Produkte der Hauptkategorien berücksichtigt werden, um den Aufwand gering zu halten. Für den Proof of Concept ist es zudem auch nicht notwendig, einen Onlineshop mit Omni-Multi-Channel-ERP-Middleware-Anbindung zu verwenden. Ein Standard SaaS-Shop (Software-as-a-Service) oder ein Ebay-Account reichen für einen ersten Pilotversuch aus. Im Anschluss an die initiale Einrichtung des Online-Shops sollte ein kleines Werbebudget für Suchmaschinen- oder Social-Media-Werbung eingesetzt werden, um zu testen, ob potentielle Kunden die Produkte kaufen. Dieses Vorgehen liefert schnelle Ergebnisse und lässt viel Raum für anschließende Veränderungen und Skalierungen.

2. Welche Shop-Lösung ist in oder nach der Corona Krise die richtige Wahl?

Grundlegend werden Software-as-a-Service-Lösung und Open-Source-Shopsysteme unterschieden. Jede Option gibt es in verschiedenen Skalierungsvarianten, von der Einsteiger- bis zur Enterprise-Variante. Bei der Auswahl eines passenden Shopsystems müssen viele individuelle Anforderungen je nach Geschäftsmodell bewertet und berücksichtigt werden. Aus diesem Grund kann keine pauschale Empfehlung für ein bestimmtes Shopsystem ausgesprochen werden. Führt ein Unternehmen während der Corona Krise ein neues Shopsystem ein, sollte besonders auf eine geringe Einführungszeit geachtet werden, sodass die ersten Produkte so schnell wie möglich online verkauft werden können. Ist eine Shop Lösung im Unternehmen bereits vorhanden, sollte das Ziel sein, diesen noch marktpräsenter und attraktiver zu gestalten, um sich weitere Marktanteile zu sichern.

3. Wie können Unternehmen die aktuelle Situation nutzen, um ihre bestehende Online-Architektur agil weiterzuentwickeln?

Schon seit längerer Zeit hat sich gezeigt, dass die agile Entwicklung von Online Architekturen viele Vorteile gegenüber klassischen Projektvorgehen hat. Dies wird durch die nicht planbaren Veränderungen innerhalb der letzten Monate in der Corona Krise ein weiteres Mal bestätigt. Generell befinden wir uns durch Corona in einer sehr komplexen Situation, die eine konkrete Planung von allen Maßnahmen unter Berücksichtigung aller Eventualitäten unmöglich macht. Durch die vielen organisatorischen und prozessualen Einschränkungen müssen Online Händler unmittelbar auf Veränderungen und neue Regularien reagieren. Dies ist nur möglich, wenn agile Vorgehensweisen wie Scrum, Kanban, LeSS oder SAFe bedarfsgerecht und individuell an die Kultur des Kunden und an seine Projekte angepasst werden. Durch die Anwendung eines Agile Assessments der Online-Architektur sowie durch eine Agile Maturity Analyse der Organisation können kurzfristig Potentiale aufgedeckt und Optimierungen eingeleitet werden.

4. Welche Kernprozesse im Online Handel muss ein Unternehmen während der Corona Zeit im Griff haben?

Die gestiegene Nachfrage führt zu Rekordumsätzen in vielen deutschen Onlineshops. Dies bedeutet auf der anderen Seite, dass eine stabile und performante Infrastruktur bereitgestellt werden muss, um den Kunden die gewohnten Kauferlebnisse zu ermöglichen. Ebenso müssen funktionierende Logistikprozesse sichergestellt sein, die an die veränderten Anforderungen wie beispielsweise kontaktlose Lieferung angepasst wurden. Darüber hinaus sollte eine ehrliche und transparente Kommunikation zum Kunden forciert werden, um Erstkunden über Corona bedingte Verzögerungen schnellstmöglich informieren zu können. Der Einkauf als ein weiterer, wichtiger Kernprozess der unter den Auswirkungen von Corona leidet, sollte ebenfalls dringend genauestens beobachtet werden. Es muss gewährleistet sein, dass aus dem Ausland bezogene Produkte zum geplanten Zeitpunkt auch zur Verfügung stehen. Falls dies nicht gewährleistet werden kann, sind Anpassungen im Sortiment notwendig.

5. Welche geänderten Rahmenbedingungen gibt es für den Online-Handel seit der Corona Krise?

Die Corona Zeit stellt den Online Handel vor viele Herausforderungen, die zugleich auch Chancen bieten, neue Kunden zu gewinnen. Im Mittelpunkt aller Maßnahmen sollte im Online Handel die Arbeitssicherheit der eigenen Mitarbeiter stehen. Diese wird gewährleistet durch umfangreiche Home-Office Reglungen für alle Mitarbeiter, die nicht betriebsbedingt am Standort arbeiten müssen, sowie umfassende Hygienekonzepte für alle Standorte, um alle Arbeitsprozesse sicherzustellen. Die Ausarbeitung von Notfallplänen für den Ernstfall müssen individuell je Standort erstellt werden, um beispielsweise unmittelbar auf einen Corona Fall in einem Logistikzentrum reagieren zu können. Durch die Corona Krise haben viele Unternehmen den Online Handel als weiteren Vertriebskanal für sich erschlossen, wodurch es zu einem gestiegenen Angebot gekommen ist. Das führt vermehrt zu Preiskämpfen um den niedrigsten, attraktivsten Preis. Wie bereits erwähnt hat sich dem gegenüber ebenfalls die Nachfrage signifikant erhöht, was es ermöglicht, neue Kunden zu gewinnen und das eigene Online-Produktportfolio auszubauen. Darüber hinaus gibt es natürlich noch viele weitere branchen- und unternehmensspezifische Rahmenbedingungen, die sich aufgrund von Corona verändert haben und die im Einzelfall genauer analysiert werden müssen. All diese Veränderungen haben einen großen Einfluss auf den Unternehmenserfolg und die gesteckten Ziele für das Jahr. Aus diesem Grund sollten kurzfristig die Jahresziele sowie das interne KPI Reporting auf den Prüfstand gestellt werden. Hier ist es wichtig, dass kurzfristige Veränderungen abgebildet werden können, um unmittelbar Maßnahmen ableiten zu können.

 

mgm – Beratungsleistungen im Bereich E-Commerce

    • Digitale Vertriebskanäle entwicklen: Wir beraten bei der Einführung und Optimierung von B2C- und B2B-Omnichannellösungen und realisieren neue Vertriebspotentiale im Rahmen von Internationalisierung und Marktplatzanbindung.
    • Commerce Prozesse modellieren: Wir kennen die Prozesse und Herausforderungen im E-Commerce-Umfeld – sowohl vertriebsseitig als auch in Richtung ERP, CRM sowie Produktdaten- und Media-Asset-Management und teilen unsere Expertise mit Ihnen.
    • Kundenzentriertes Requirements Management: Aus strategischen und operativen Businesszielen leiten wir methodische Anforderungen ab. Wir erarbeiten umsetzungsfähige, fachliche und technische Spezifikationen und sichern ein optimales Requirements Management.
    • Technologien effizient auswählen: Wir analysieren die architektonischen Rahmenbedingungen und leiten daraus passgenaue Best-of-Breed-Technologielösungen ab, die wir in die bestehende IT-Landschaft integrieren.
    • Moderne Systemarchitekturen schaffen: Mit Beratung und Design von modernen Systemarchitekturen schaffen wir eine solide Basis. Mit der Begleitung der Implementierung erarbeiten wir zielgenau Ihre maßgeschneiderte Lösung.
    • Projekte effektiv managen: Wir treffen eine Auswahl von agilen, klassischen & hybriden Methoden und stellen projektbezogene, kunden-individuelle Anpassung sicher. Zertifizierte Mitarbeiter begleiten und steuern Ihr Projekt.
    • Erfolg messbar machen: Die Festlegung geeigneter KPIs zur Commerce-Steuerung dient als Grundlage zur Erarbeitung von Handlungs-empfehlungen zur Verbesserung der Conversion Rate und Performance.

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