Close-up Of A Businessman's Hand Protecting Euro Banknotes

 
Die Zusammenstellung der angebotenen Zahlungsmethoden ist für jeden Onlinehändler eine komplexe Aufgabe. Schließlich muss der Mix individuell auf die jeweilige Kundschaft abgestimmt werden. Zumindest für die Gesamtheit der deutschen E-Commerce-Kunden hat das EHI Retail Institute in seiner Studie „Online-Payment 2017“ nun die präferierten Zahlungsmethoden ermittelt. Wie in den Jahren zuvor dominierte auch 2016 erneut der Kauf auf Rechnung.

Um die Präferenzen der deutschen E-Commerce-Kunden herauszufinden, hat das EHI Retail Institute die Anteile der verschiedenen Zahlungsmethoden am Umsatz der 1.000 umsatzstärksten Onlineshops Deutschlands analysiert. Dabei kam heraus: Fast jeder dritte Euro (30,5 Prozent), der 2016 im deutschen Onlinehandel erwirtschaftet wurde, stammt aus einem Rechnungskauf. Viele Kunden bezahlen ihre Bestellung somit am liebsten erst nach Erhalt der Ware. Für die Unternehmen birgt der vorweggenommene Versand der Artikel hingegen ein erhöhtes Ausfallrisiko. Damit ist womöglich erklärt, warum trotz der Beliebtheit der Zahlungsmethode lediglich zwei von drei Onlineshops (67,7 Prozent) eine Bestellung auf Rechnung anbieten.

Kunden haben im Schnitt sieben Zahlungsmittel zur Auswahl

Die Vielfalt der angebotenen Zahlungsmittel ist in deutschen Onlineshops dennoch hoch: Im Durchschnitt können Kunden zwischen sieben verschiedenen Paymentmethoden wählen. Am häufigsten integrieren Onlinehändler hierbei E-Wallets wie PayPal und die Zahlung per Kreditkarte in ihren Webshop. Diese Zahlungsverfahren haben sich zwar mit einem Umsatzanteil von 17,9 Prozent (PayPal) bzw. 12,2 Prozent (Kreditkarte) ebenfalls etabliert, reichen aber bislang bei weitem nicht an die Bedeutung des Kaufs auf Rechnung heran. Stattdessen nehmen sie in der Rangliste der umsatzstärksten Zahlungsverfahren nach der Lastschrift (20,2 Prozent) nur die Plätze 3 und 4 ein.

Demnach werden mehr als vier Fünftel des deutschen E-Commerce-Umsatzes (80,8 Prozent) über die vier beliebtesten Zahlungsmethoden erzielt. Weitere Paymentverfahren wie Ratenkauf (4,5 Prozent), Vorkasse (4 Prozent), Sofortüberweisung (2 Prozent) und Nachnahme (1,9 Prozent) nehmen dagegen nur eine Randstellung ein. Eine eher geringe Bedeutung hat bislang auch Paydirekt, der 2015 eingeführte gemeinschaftliche Zahlungsdienst der Deutschen Kreditwirtschaft. Dennoch könnte die Relevanz in den kommenden Jahren steigen – immerhin geben 34 Prozent der befragten Händler an, Paydirekt bis Ende 2018 in ihren Onlineshop integrieren zu wollen.

Bildquelle: Fotolia – Andrey Popov

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