Microservices - part 3

Microservices stellen einen neuen Ansatz im Bereich der Software für die Gewerbe- und Industrieversicherung dar. Anstatt eines großen monolithischen Programms kommen hierbei viele unabhängige Einheiten zum Einsatz, die miteinander interagieren. Die bisherigen Teile unserer Serie haben die Funktionsweise dieser Technik vorgestellt und grundlegende Vorteile erläutert. Der dritte Teil beschreibt einige besonders wichtige Vorzüge detaillierter. Dabei steht die individuelle Anpassung der Kundenerfahrung im Mittelpunkt. Dieser Aspekt ist im digitalen Zeitalter von enormer Bedeutung und treibt das geschäftliche Wachstum voran. So durchbrechen Microservices die traditionelle Wertschöpfungskette im Versicherungswesen und etablieren neue Strukturen – das kommt einem Paradigmenwechsel gleich.

Kundenerfahrung wird zum entscheidenden Kriterium

Digitale Techniken geben den Kunden die Möglichkeit, hilfreiche Dienste zu nutzen. Häufig findet dabei kein persönlicher Kontakt zum Versicherungsmakler mehr statt. Stattdessen greifen die Kunden online auf die Dienste zu. Damit verliert das Verkaufsgespräch als zentraler Faktor für die Entscheidung über den Abschluss einer Versicherung seine Bedeutung. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, welche Kriterien heutzutage ausschlaggebend sind. Im Mittelpunkt steht die Nutzererfahrung. Wenn ein Kunde den Eindruck bekommt, dass ein Versicherer für seine Wünsche und Bedürfnisse eine gute Lösung bereitstellt, wird er sich zum Vertragsabschluss entscheiden. Daraus geht hervor, dass für eine gute Kundenerfahrung nicht nur eine ansprechend gestaltete Internetseite notwendig ist. Zusätzlich spielen individuell angepasste Produkte eine große Rolle. Standardisierte Leistungen begeistern nur wenige Kunden. Deshalb ist es erforderlich, die Angebote in sehr kleine separate Einheiten zu unterteilen. So ist es möglich, die Versicherungsprodukte für jeden Kunden individuell zu entwerfen. Es ist relevant, auch die Software für diese Aufgaben einzurichten. Große einheitliche Programme machen es schwierig, individuelle Produkte zu gestalten und diese an die Anforderungen der Kunden anzupassen. Eine flexible Struktur, die auf Microservices setzt, eignet sich optimal für diese Aufgabe.

Traditionelle Wertschöpfungskette unterbrochen

Die Digitalisierung reißt die Wertschöpfungskette, die über viele Jahrzehnte hinweg im Versicherungswesen etabliert war, auseinander. Statt einer streng linearen Kette vom Versicherer bis hin zum einzelnen Vertreter erleben Kunden heute einen direkten Kontakt zum Versicherungsunternehmen. Hinzu kommt, dass die Kunden viele verschiedene Kanäle nutzen können. In der Regel stehen Online-Portale, Chats und Smartphone-Apps zu ihrer Verfügung. Außerdem können sie den Anbieter telefonisch oder per E-Mail kontaktieren. Auch die Verwendung der künstlichen Intelligenz für die Kommunikation mit den Kunden ist mittlerweile möglich. Das bedeutet, dass die großen Versicherungsunternehmen ihre Vertriebswege stark umbauen müssen. Es ist notwendig, den Zugang zu den einzelnen Dienstleistungen über viele verschiedene Kanäle zu ermöglichen. Große monolithische Programme sind für diese Aufgabe jedoch nur bedingt geeignet. Ihre starre Struktur macht es langwierig und kostenintensiv, zusätzliche Kommunikationskanäle hinzuzufügen. Auch hierfür bieten sich Microservices an. Diese erlauben es, über eine Schnittstelle ganz unterschiedliche Kanäle einzubinden.

Microservices bringen auch große Herausforderungen mit sich

Die beiden vorherigen Abschnitte zeigen, dass Microservices viele Vorteile für Versicherungsunternehmen im digitalen Zeitalter bieten. Sie erlauben es, die Produkte individuell an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Außerdem vereinfachen sie es, mehrere Kanäle für den Kontakt zum Versicherungsunternehmen bereitzustellen. Auf diese Weise tragen sie zu einem verbesserten Kundenerlebnis bei. Darüber hinaus lassen sich die Angebote mit dieser Technik schnell an veränderte Ansprüche der Kunden anpassen. Allerdings bringt diese Technik auch große Herausforderungen mit sich. Eine Microservice-Architektur ist sehr komplex und kann eine weitläufige Umstellung aller Geschäftsprozesse mit sich bringen. Deshalb ist es wichtig, diesen Schritt sorgfältig zu planen. Die Umsetzung erfordert eine hohe Sachkenntnis, um die neuartige Struktur erfolgreich einzuführen.

Fazit: langsame Umstellung auf Microservices für Versicherer sinnvoll

An einer Umstellung auf Microservices scheint im digitalen Zeitalter kein Weg vorbeizuführen. Mit einem monolithischen Programm ist es nicht mehr möglich, auf die Anforderungen der Kunden einzugehen. Das führt zu einer negativen Kundenerfahrung und in der Folge zu einer deutlichen Verschlechterung der Konkurrenzfähigkeit. Da die Umstellung jedoch auch hohe Herausforderungen mit sich bringt, ist eine vorsichtige Vorgehensweise ratsam. Anstatt alle Systeme auf einen Schlag durch Microservices zu ersetzen, ist es sinnvoller, einen schrittweisen Ansatz zu wählen. Das hilft den Versicherungsunternehmen, eine Plattform aufzubauen, die auch langfristig die Anforderungen erfüllen kann. Das bietet ihnen die notwendige Agilität und Geschwindigkeit, um den Anforderungen des digitalen Zeitalters mit sinnvollen Innovationen zu begegnen.

Teil eins der Serie: Microservices als Innovationsbasis für Versicherungen

Teil zwei der Serie: Microservices – Datenaustausch in Echtzeit

Dieser Artikel wurde zuerst auf LinkedIn veröffentlicht.

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