Die meisten Online-Shopper kennen dieses Phänomen wohl: Nachdem sie einmal einen Artikel im Internet angesehen oder gekauft haben, werden ihnen über Wochen hinweg Werbeanzeigen mit ähnlichen Produkten oder Zubehörartikeln eingeblendet. Die Personalisierung zählt im Onlinehandel zu den wichtigsten Voraussetzungen, um die Kunden zu erreichen. Sie soll zu einem angenehmen Einkaufserlebnis beitragen. Eine Umfrage von Idealo zu diesem Thema stellt diese Wirkung nun jedoch stark infrage.

Individuelle Anzeigen führen häufig zu genervten Kunden

Eines der wichtigsten Ergebnisse der Umfrage besteht darin, dass die Mehrheit der Internetnutzer – 53 Prozent – auf diese Anzeigen genervt reagiert. Eine der wesentlichen Ursachen für diesen Effekt ist die, dass sie die Anzeigen als nicht relevant ansehen. Diese Auffassung vertraten 52 Prozent der Befragten. Wenn die entsprechenden Anzeigen für den Kunden nicht von Interesse sind, aber penetrant immer wieder eingeblendet werden, führt dies dazu, dass die Nutzer sie als störend empfinden.

Kunden fühlen sich häufig ausgespäht

Die Personalisierung beruht darauf, dass die jeweiligen Unternehmen Daten bezüglich des Surfverhaltens der Kunden erheben und dieses anschließend analysieren. Viele Internetnutzer haben mit dieser Vorgehensweise jedoch ein grundsätzliches Problem. Sie haben Angst davor, dass die Unternehmen zu viele persönliche Details erfahren. Nur 14 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit der Datenspeicherung kein Problem haben. 56 Prozent hingegen sagten, dass sie Angst hätten, zu einem gläsernen Kunden zu werden.

Sinnvoll eingesetzte Personalisierung kann positive Effekte haben

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich, dass bei der Einsetzung der Personalisierung viel Vorsicht geboten ist. Sonst schrecken die Unternehmen ihre Kunden ab, anstatt sie zu gewinnen. Daher ist es wichtig, dieses Instrument mit Bedacht zu verwenden und nicht zu penetrant einzusetzen. Die Umfrage gibt außerdem Aufschluss darüber, unter welchen Umständen die Kunden mit der Erhebung ihrer Daten einverstanden sind: falls sie dadurch einen Nutzen erfahren und selbst darüber entscheiden können. Wenn sie beispielsweise Rabatte oder Gewinne erhalten, nehmen sie die Personalisierung deutlich positiver auf.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf LinkedIn veröffentlicht.

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